Einer Studie von Borderstep aus dem Jahr 2008 zufolge betrug der Stromverbrauch von Servern und Rechenzentren in Deutschland in diesem Jahr mit 10,11 Terrawattstunden das 2,5 fache des Jahres 2000 (3,98 TWh). 10,11TWh bedeuten Kosten von rund 1,1 Milliarden Euro, 3,98 TWh verursachten eine Gesamtrechnung in Höhe von ca. 251 Millionen Euro. Im Jahr 2008 wurden knapp 2% des insgesamt erzeugten Stroms für den Betrieb von Servern und Rechenzentren verbraucht. Das entspricht der jährlichen Leistung von vier Kohlekraftwerken. Des Weiteren wurde prognostiziert, dass der Energieverbrauch im Jahr 2013 bei einer unveränderten Weiterentwicklung auf 14,85 TWh (rund 2,2 Milliarden Euro) anwachsen würde. Bei umfassender Umsetzung von Maßnahmen im Sinne von „Green IT“ könnte der Verbrauch aber auf 6,65TWh (997 Millionen Euro) reduziert werden.
Green IT
„Green IT“ steht nicht nur für die Einsparung von Stromkosten durch die Reduktion des Energieverbrauchs, sondern subsummiert alle Aktionen, um die Nutzung von IT von der Konzeption und dem Design von Hardware über den Betrieb bis hin zum Recycling ressourcen- und umweltschonend zu gestalten. Teilweise werden auch Ansätze, wie die Nutzung von IT, z.B. die Durchführung von Videokonferenzen, anstelle von umweltschädlicheren Tätigkeiten oder Mitteln, z.B. Geschäftsreisen, mit diesem Begriff eingeschlossen.
Hauptmotive
Auf heise.de wurden die Ergebnisse einer Umfrage des Verbands der IT-Industrie CompTIA (Computing Technology Industry Association), der weltweit 267 Unternehmen und Organisationen, überwiegend aus den USA, Kanada und Großbritannien, über Nutzen, Treiber und Herausforderungen von Green-IT-Initiativen befragte, zusammengefasst: 80 Prozent nannten Kosteneinsparungen als Hauptantrieb, gefolgt von Energieeinsparungen (60 Prozent). Mit 36 Prozent auf Platz drei stehen die Standards, die die jeweilige lokale Regierung vorgeben. Eine wichtige Rolle spielen weiterhin die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens (35 Prozent) und die Bedürfnisse der Kunden (18 Prozent).
Insgesamt fehlt den Unternehmen notwendiges Fachwissen, gaben 45 Prozent der Befragten an. Als größte Herausforderung aber sehen 62 Prozent die hohen Investitionskosten. Noch verhalten sich die meisten vorsichtig: 32 Prozent haben bislang weniger als 5000 US-Dollar in Green-IT investiert. In diesem Fall liegen bei den meisten Unternehmen die jährlichen Einsparungen unter diesem Betrag. Um den ersehnten Return on Investment (ROI) zu erzielen, sind nach den Ergebnissen von CompTIA höhere Investitionen erforderlich. Die Investitionssumme müsse über 250.000 US-Dollar liegen, damit Unternehmen durchschnittlich jährlich mehr als die Summe ihrer Investition sparen können, stellen die Marktforscher fest.
Als Haupt-Schwerpunkte ihrer Green-IT-Initiativen gaben die befragten Unternehmen die Themen Recycling und Wiederverwertung des Equipments (67 Prozent) sowie die Maximierung der Energieeffizienz (54 Prozent) an, was sich in konkreten Projekten niederschlägt. So setzen 73 Prozent auf LC-Displays für PCs, 61 Prozent überwachen den Strombedarf für die Büroausstattung. 44 bzw. 43 Prozent konzentrieren sich auf Voice over IP und die Virtualisierung von Servern.
Selbsttest
Wer wissen möchte, wie grün die eigene Firmen-IT ist, kann ein kostenloses Online-Tool der französischen Fima dotgreen nutzen: www.greenargus.com
Das Tool analysiert gemäß den gemachten Angaben die Green-IT Bestrebungen des Unternehmens und gibt personalisierte Empfehlungen. Der Dienst richtet sich an Firmen, die mehr als 100 Mitarbeiter haben. Zur Nutzung muss ein Account eingerichtet werden. Des Weiteren ist vorgesehen, dass der „grüne Status“ eines Unternehmens mehrmals jährlich dieser Analyse unterzogen wird, um Verbesserungen zu identifizieren. Dotgreen und die unterstützenden Kooperationspartner bieten Software und Dienstleistungen an, die Green-IT-Bemühungen unterstützen. Daher ist davon auszugehen, dass „greenargus“ nicht ganz uneigennützig öffentlich zur Verfügung steht. Peter Marwan (zdnet.de) kommt zu dem Schluss: „Einen Versuch ist das Online-Tool sicher trotzdem einmal wert - oder nicht?“
In dem EGILIA Seminar Nachhaltige Entwicklung werden die erforderlichen Methoden und Tools vermittelt, um dieses Konzept effizient umsetzen und daraus ein Leistungs- und Differenzierungsmerkmal des jeweiligen Unternehmens machen zu können.
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