Mittwoch, 10. November 2010

EGILIA informiert: Weiterbildung 2011 - Umfrageergebinisse

 

Vor einigen Wochen berichteten wir an dieser Stelle davon, dass die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften wieder das Niveau von vor der Krise erreicht hat. Nun wird von den Regierungsvertretern sogar die Vollbeschäftigung in Deutschland für möglich gehalten. Die Deutsche Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) zieht aus dem Wirtschaftsaufschwung die Annahme, dass wieder verstärkt Investitionen in die Personalentwicklung getätigt werden. In einer Umfrage im vergangenen Oktober wollte sie von den Personalmanagern der Mitgliedsunternehmen wissen, wie sich das Weiterbildungsbudget entwickelt und die Weiterbildung 2011 in Unternehmen aussehen wird. Dabei kam die DGFP zu folgenden Ergebnissen.

Unternehmen investieren wieder mehr in Weiterbildung
Obwohl das Weiterbildungsbudget in beinahe jedem zweiten Unternehmen konstant bleibt, geht insgesamt die Tendenz dahin, wieder verstärkt in Weiterbildung zu investieren: 37 Prozent der befragten Personalmanager geben an, dass ihr Budget für Weiterbildungen im Vergleich zu 2010 zugenommen hat, in jedem vierten Unternehmen sogar um mehr als 5 Prozent. Von einer Kürzung des Weiterbildungsbudgets wird hingegen nur aus jedem zehnten Unternehmen berichtet.

 

                                                                                                  Quelle: DGFP

Investiert wird hauptsächlich in Führungsskills
Der Schwerpunkt der Weiterbildungsinvestitionen liegt eindeutig bei den Führungsskills: Jedes zweite Unternehmen plant für das kommende Jahr die größten Weiterbildungsinvestitionen in diesem Bereich. 22 Prozent der Unternehmen fokussieren sich auf das Fachwissen der Mitarbeiter und 5 Prozent werden ihre Mitarbeiter 2011 hauptsächlich im Hinblick auf Arbeitstechniken fortbilden. Knapp ein Fünftel der befragten Personalmanager setzt den Weiterbildungsschwerpunkt für das nächste Jahr in einem anderen Bereich – konkret genannt wurden: Vertrieb, Change- und Projektmanagement, Kultur- und Teamentwicklung, Potenzial- und Talent Management, Globalisierung, Sprachen, Technologie, Qualität und Innovationskraft, neues Entlohnungssystem, demografische Sensibilität bei Personalverantwortlichen, Veränderungen der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

                                                                                                   Quelle: DGFP

Inhouse-Seminare und Präsenzveranstaltungen sind die Weiterbildungsformate der Wahl
Für 2011 stehen Inhouse-Seminare ganz oben auf der Hitliste der Weiterbildungsformate: Mehr als drei Viertel der befragten Personalmanager gehen davon aus, dass sie für ihr Unternehmen im kommenden Jahr sehr häufig oder häufig Inhouse-Veranstaltungen in Anspruch nehmen werden.
Und ein weiterer Trend lässt sich erkennen: Klassische Präsenzveranstaltungen sind beliebter als Online-Seminare oder Blended Learning. Präsenzveranstaltungen werden 2011 in zwei von drei Unternehmen an der Tagesordnung sein; Online-Seminare werden nur in 14 Prozent der Unternehmen, Blended-Learning-Konzepte sogar lediglich in 8 Prozent der Unternehmen sehr häufig oder häufig Anwendung finden.
Eine vorsichtige Tendenz zeigt sich hinsichtlich des Zeitaufwandes der unterschiedlichen Weiterbildungsformate: Angebote, die weniger Zeit beanspruchen (Kurzseminare), sind etwas beliebter als Konferenzen und Tagungen, die wiederum noch etwas häufiger gewählt werden als mehrteilige Lehr- und Ausbildungsgänge.
Wenn man den Zusammenhang zwischen der Wahl der Weiterbildungsformate und der Unternehmensgröße analysiert, fällt auf, dass Inhouse-Seminare, Präsenzveranstaltungen, aber auch Online-Seminare in größeren Unternehmen tendenziell häufiger in Anspruch genommen werden als in kleineren Unternehmen.
Die Häufigkeit der Durchführung von Inhouse-Seminaren hängt außerdem mit der Branche zusammen: In Produktionsunternehmen werden Inhouse-Veranstaltungen 2011 häufiger stattfinden als in Dienstleistungsunternehmen.
Schließlich steht die Wahl des Weiterbildungsformates auch in Zusammenhang mit der Entwicklung des Weiterbildungsbudgets: In Unternehmen, in denen die zur Verfügung stehenden Mittel für Weiter-bildung rückläufig sind, kommen Inhouse-Seminare und Präsenzveranstaltungen seltener zum Einsatz. Gleiches gilt überraschenderweise für „Mitarbeiter schulen Mitarbeiter“-Konzepte, die relativ kostengünstig sind. Online-Seminare werden hingegen in Unternehmen, deren Weiterbildungsbudget gekürzt wurde, häufiger in Anspruch genommen als in anderen Unternehmen.

                                                                                                   Quelle: DGFP

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