Donnerstag, 21. Oktober 2010

EGILIA informiert: E-Recruiting - Trends und Fakten

Deutsche sind Trendsetter bei Online-Rekrutierung
Beim Wettbewerb um die besten Talente zeigen sich deutsche Unternehmen besonders fortschrittlich und setzen zunehmend auf soziale Netzwerke. Dabei eignen sich die Social-Media-Seiten nicht nur für die erste Kontaktaufnahme, sondern gewinnen auch beim Einschätzen von Bewerbern an Einfluss. Dies sind Ergebnisse der Studie Workplace Survey 2010 (pdf), für die der spezialisierte Personaldienstleister Robert Half über 3.000 Personal- und Finanzmanager in 13 Ländern befragt hat. Die Workplace Survey wird drei Mal jährlich zu Trends auf dem Arbeitsmarkt durchgeführt.
Wer online sucht, wird fündig: Viele Unternehmen sehen den größten Einfluss von Online-Netzwerken beim Anwerben von neuen Mitarbeitern. Nahezu ein Drittel der Finanz- und Personalmanager geht davon aus, bei der Suche nach personeller Unterstützung zukünftig vor allem online fündig zu werden. Damit messen die Deutschen Internet-Kontaktbörsen eine größere Bedeutung zu als ihre internationalen Kollegen, von denen nur gut ein Viertel an eine zukünftig verstärkte Rekrutierung im Internet glaubt. Werden Fach- und Führungskräfte heute über Social-Media-Seiten angesprochen, reagiert die große Mehrheit unter ihnen jedoch noch neutral bis uninteressiert - nur gut ein Drittel der Betroffenen fühlt sich geschmeichelt.

Informationsquelle Social Media
Neben der Ansprache potenzieller neuer Mitarbeiter geht über ein Viertel der Unternehmen davon aus, dass soziale Netzwerke zukünftig auch verstärkt zum Überprüfen von Bewerbern genutzt werden. Dabei verrät ihnen der digitale Footprint eines Kandidaten häufig mehr als dieser in seinem Lebenslauf von sich preisgegeben hat. Somit kann durch eine kurze Online-Recherche der Gesamteindruck eines Bewerbers komplettiert werden.
Laut einer Umfrage (pdf) des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nutzen 28% der befragten Unternehmen das Internet für Personalentscheidungen. Von diesen informieren sich 80% bereits vor der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch über den Bewerber. Bei 25% der Arbeitgeber kommt es vor, dass sie sich aufgrund der recherchierten Informationen bereits gegen den potentiellen Mitarbeiter entscheiden. Aber in mehr als der Hälfte der Fälle kann es sogar sein, dass der Bewerber noch interessanter erscheint. Dazu tragen Informationen zu Hobbies oder sozialem Engagement bei, die in der Bewerbung nicht erwähnt oder nicht aussagekräftig dargestellt wurden. Allerdings würden weniger als 10 % der Bewerber in einem Vorstellungsgespräch mit ihren Profilen aus sozialen Netzwerken konfrontiert. Diese Zahlen bestätigen die Vermutung, dass ein Bewerber bei einem Vorstellungsgespräch in einigen Fällen bereits einen „Internettest“ bestanden hat und das Unternehmen mehr über den Kandidaten wissen als in der Bewerbung stand.

Kommunikation 2.0
Doch auch beim internen Austauch sehen die Firmen eine bedeutende Rolle der sozialen Plattformen. Etwa ein Fünftel rechnet mit einer digitalen Zukunft des Teamworks - und stärkt durch das Nutzen der innovativen Kommunikationskanäle gleichzeitig die Arbeitgebermarke. "Deutsche Unternehmen haben das Potenzial sozialer Netzwerke bereits gut erkannt", konstatiert Sven Hennige, Managing Director Central Europe von Robert Half International. "Doch ist es essenziell, Kandidaten nicht nur über die Social-Media-Seiten anzusprechen, sondern auch für das Unternehmen zu interessieren. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Firmen im Web genauso professionell präsentieren wie die Bewerber und so eine starke Arbeitgebermarke aufbauen."

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