Der Aufschwung hielt auch im Januar 2011, trotz des saisonal bedingten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen, weiter an. Allerdings sieht der Bildungsverband in der aktuellen Pressemitteilung mit großer Besorgnis auf den enormen Rückgang der Einstiege in geförderte Weiterbildungsmaßnahmen:
Auf 3,347 Millionen ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen. Damit liegt die Arbeitslosenquote bei 7,9 Prozent. Für den Anstieg sei das Winterwetter verantwortlich, so die Experten der Bundesagentur für Arbeit. Insgesamt entwickele sich der Arbeitsmarkt aber unverändert positiv, der Aufschwung gehe weiter, versicherten die Fachleute übereinstimmend.
Darauf weist auch die jüngste Stellenstatistik der Bundesagentur für Arbeit hin. Danach hat die Nachfrage nach Arbeitskräften zum Jahresbeginn fast das Niveau des Vorkrisen-Aufschwungs erreicht. Die Zahl der offenen Stellen lag im Januar nur knapp unter der Zahl von Februar 2007, wie die Bundesagentur mitteilte. Hohen Mitarbeiterbedarf meldeten weiterhin Zeitarbeitsunternehmen.
"Warum allerdings gerade in Zeiten einer hohen Nachfrage nach Arbeitskräften das arbeitsmarkpolitische Instrument der beruflichen Weiterbildung so deutlich zurück gefahren wird, ist für uns nicht nachvollziehbar," kommentierte BBB-Geschäftsführer Horst Palik die aktuelle Förderstatistik der BA. So lagen die Neueintritte in geförderte Qualifizierungen im Januar um fast 44 % niedriger als im Jahresdurchschnitt 2010 (s. Grafik). "Besonders eklatant ist die Entwicklung im Bereich SGB II," sagt Palik. "Es scheint fast so, als würden die ARGEN die berufliche Weiterbildung der Langzeitarbeitarbeitslosen gegen Null gehen lassen. Diese Entwicklung ist sowohl arbeitsmarktpolitisch unvernünftig als auch sozialpolitisch nicht zu vertreten!"
Grafik: BBB (Peter Rother)
Die angesprochene hohe Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften ist der Grund für die steigenden Stundenlöhne im IT-Bereich gemäß einer Pressemitteilung zu einer Analyse der Online-Vermittlungsplattform für Projekte im Bereich Programmierung, Design und Unternehmensservice, twago.de. Diese zeigt dass die Stundenlöhne von IT-Dienstleistern für Web- und Desktop-Entwicklung in den letzten sechs Monaten um durchschnittlich neun Prozent gestiegen sind. „Das enorme Wachstum in nur einem halben Jahr belegt, dass die Wirtschaft in Deutschland auf Kurs in Richtung Vor-Krisenniveau ist“, so Gunnar Berning, Gründer und Geschäftsführer von twago.
„Ein Bereich, in dem in Aufschwungphasen zuerst investiert wird, ist IT. Die Ausgaben der Unternehmen steigen, was zu einer hohen Nachfrage nach IT-Experten führt. Dadurch steigen auch die Stundenlöhne der IT-Dienstleister.“
Die am besten verdienenden IT-Dienstleister sind unter den Webentwicklern die C#-Experten. Im Bereich Desktop-Entwicklung/Datenbanken sind es MS Access-Experten. Die Stundensätze betragen durchschnittlich 58,11 Euro beziehungsweise 58,05 Euro.
Bei den Web- beziehungsweise Web-Framework-Entwicklern belegen Dienstleister mit Expertisen in den Bereichen J2EE, ASP.NET, Magento und Typo3 die Plätze zwei bis fünf. Ihre Stundensätze liegen bei 57,69 Euro, 52,86 Euro, 52,19 Euro und 52,15 Euro. Bei den Experten im Bereich Desktop-Entwicklung/Datenbanken sind es Experten für Perl, SQL, C und Visual Basic mit Stundenlöhnen von 55,96 Euro, 51,57 Euro, 51,46 Euro und 50,14 Euro.
Den größten Anstieg bei den Stundenlöhnen verbuchen Dienstleister mit Expertisen im Bereich C++ (23,6 %), Viscual Basic (17,2 %), C# (16,2 %), MS Access (14,5 %) und Magento (10,7 %).
Auf Grund der sehr hohen Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Angebot, können auch Entwickler mit Expertisen für die Entwicklung von iPhone- und iPad-Apps relativ hohe Stundenlöhne verlangen. Der Boom von Apps im Bereich Gaming beziehungsweise Medien/Verlage hält an. „Der Trend der steigenden Nachfrage nach Experten für die Entwicklung von iPhone- und iPad-Apps schlägt sich auch in deren Stundenlöhnen nieder. Sie betragen derzeit durchschnittlich 56,50 Euro“, erklärt Berning.
„Die Nachfrage nach diesen Experten ist nach wie vor sehr hoch und Wartezeiten von bis zu sechs Monaten sind nicht ungewöhnlich. Wir gehen von einem Preisanstieg von etwa zehn Prozent in diesem Jahr aus“, so Berning weiter.
Auch die IT-Projektbörse GULP.de verzeichnete den zweitstärksten Januar ihrer Geschichte. Somit beginnt das neue Jahr so wie 2010 geendet hat.
Besonders gefragte Skills waren nach Angaben von GULP im Januar...
- im Bereich ERP-/CRM-Systeme: SAP mit 19,4 Prozent aller Anfragen
- im Bereich Programmiersprachen: Java mit 14,5 Prozent aller Anfragen
- im Bereich Datenbanken: Oracle mit 13,5 Prozent aller Anfragen
- im Bereich Betriebssysteme: Windows mit 10,9 Prozent aller Anfragen
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