Freitag, 10. Dezember 2010

EGILIA informiert: Trends 2011 auf dem Mobile-Internetmarkt

 

Die Unternehmensberatung Juniper Research veröffentlicht jedes Jahr im Dezember eine Prognose zu den Entwicklungen auf dem Mobile-Internet-Markt.

Hier die Top-Ten der Trends:

1. Der anwachsende Datenverkehr wird die Kapazitäten von 3G-Netzen weiterhin ausreizen
So wie Juniper es vorhergesehen hatte, war 2010 das Jahr, in dem aufgrund des Smartphone-Booms die mobile Datenflut die 3G-Netze grenzwertig beanspruchte. Einige Netzbetreiber reagierten mit Tarifen mit begrenztem Datenvolumen. Das wird sich Juniper zufolge im nächsten Jahr zusammen mit der Nutzung von WiFi zur Kapazitätsentlastung noch verstärken. Wirkliche Entlastung wird allerdings erst die flächendeckende Einführung von LTE-Netzen (und LTE-fähigen Geräten) bringen.  

2. Augmented Reality
Augmented Reality (computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung), bisher beispielsweise in ortsbasierten Diensten genutzt, wird Juniper zufolge künftig verstärkt in Handyspielen und kommerziellen Apps zu finden sein.

3. Cloud-Based Operating Systems
Bisher folgten Handybetriebssysteme dem Vorbild der PC-basierten. Deren Grundstrukturen wurden allerdings festgelegt als das (mobile) Internet noch in den Kinderschuhen steckte. Mit dem mobilen Internet hat die Industrie das Potenzial cloud-basierter Apps entdeckt. Als Beispiel nennt Juniper Googles „Chrome cloud OS“, das 2009 angekündigt wurde und 2011 erscheinen soll. Die Prognose glaubt daran, dass 2011 das erste Cloud-Handybetriebssystem veröffentlicht wird.

4. Mobile Banking wird ein “must-have” bei Kontoeröffnungen
Banken in Industrieländern werden sich der Stärken von mobilen Applikationen und von Smartphones bedienen, um Ihren Kunden eine stark weiterentwickelte und personalisiertere Serviceerfahrung anzubieten.  

5. Smartphones ersetzen Kreditkarten
Die Juniper-Analysten glauben daran, dass 2011, zumindest in einigen Ländern, die logische Evolution erfolgen wird und Smartphones anstelle von Kreditkarten zum zahlen verwendet werden, da es schon einige Apps für Coupon- und Shoppingdienste oder zur Angebotssuche gibt. Google und Nokia hätten die Integration von NFC (Near Field Communication) in künftige Produkte bereits angekündigt, Apples nächstes iPhone wird vermutlich ebenso damit ausgestattet. Prognostiziert wird jedoch nicht, dass alles zugleich umgesetzt werden kann. Zuerst müssten Geschäfte die notwendigen Geräte bereitstellen und Verbraucher das System akzeptieren. Dennoch wird davon ausgegangen, dass NFC genauso in neuen Geräten eingesetzt wird wie Bluetooth oder Kameras vorher, ob die Kunden wollen oder nicht.

6. Handys werden sensitiver
GPS, mobile Navigation und Schrittzähler waren gestern.
Nähe, Temperatur, biometrische Daten, 3D Displays und Projektoren werden laut Juniper neue Eigenschaften von Smartphone Apps und technische Merkmale der Geräte selbst werden.

7. Mobile Lotto
Eine “Lotterie-App” in China hat den Juniper-Analysten zufolge bereits über 10 Millionen Nutzer. Lotto spielen und Lose kaufen wird mobil.

8. Handyspezifische Bedrohungen führen zu handyspezifischen Sicherheitsmaßnahmen
Mit der wachsenden Zahl offener WiFi-Netze und dem Bericht von Kaspersky zum ersten Virus, der Googles Android-Betriebssystem stören soll, werden 2011 auch die Risiken für Smartphone-Nutzer steigen. Antivirus-Programme und Firewalls gehören zum Standard-Equipment für PC-Besitzer. Mit der wachsenden Anzahl von Verbindungsoptionen zum mobilen Internet, die wenig Sicherheit bieten, vergrößern sich auch die potentiellen Ziele für Kriminelle. Daher werden laut den Juniper-Analysten die Hersteller von Antiviren-Software, wie Kaspersky und McAfee, 2011 versuchen, in den mobilen Markt vorzudringen.

9. Übernahmen von Unternehmen erreichen eine neue Stufe
Die Analysten gehen aufgrund der Gerüchte einer geplanten Übernahme des Coupon-Dienstes Groupon durch den Internetriesen Google davon aus, dass derlei Aufkäufe 2011 auf der Tagesordnung stehen werden. Google hat die Pläne unterdessen auf Eis gelegt.

10. Immer mehr Hersteller entwickeln ein grünes „Herz“
In der Juniper-Prognose wird, davon ausgegangen, dass immer mehr Unternehmen auf eine nachhaltige Entwicklung setzen werden. Als Beispiel hierfür wird Sony Ericssons “Elm” genannt, das vollständig aus recyceltem Kunststoff und ohne giftige Chemikalien hergestellt wurde. Des Weiteren wird es mit reduziertem Verpackungsmaterial und “eco-aware” Apps ausgeliefert. Die Analysten erwarten, dass andere Hersteller nachziehen, um die immer größer werdende Anzahl umweltbewusster Kunden zu halten.
 

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