Google hat letzte Woche die Instantwelle für Suchanfragen losgetreten. Kurz darauf folgten Instant-Suchdienste für YouTube und Twitter. Ein Informatikstudent der Standford Universität soll einen solchen Dienst (http://ytinstant.com/) für YouTube innerhalb von nur drei Stunden programmiert haben. Kurz darauf erhielt er über Twitter ein Jobangebot von YouTube-Chef Chad Hurly.
Instant-Suche
Bei einer Instant-Suche erscheinen mit jedem getippten Zeichen bereits Ergebnislisten. Damit soll die Suche um drei bis fünf Sekunden schneller werden. Bisher wurden bei der Eingabe Vorschläge (Google Suggest) zur Vervollständigung der Suchbegriffe gemacht. Jetzt sind die Ergebnisse direkt sichtbar. Die Enter-Taste ist überflüssig geworden. Mit der Eingabe des Buchstabens „w“ in die Suchleiste, erhält der Nutzer als erstes Ergebnis Informationen über das Wetter. Falls Google der IP-Adresse, die die Suchanfrage gesendet hat, einen Ort zuweisen kann, wird das Ergebnis individualisiert. Das erste Ergebnis zeigt Informationen über das Wetter im jeweiligen Ort.
Das bedeutet auch, dass man bereits während der Suche die Ergebnisse dynamisch beeinflussen und durchsuchen kann. Mit Google Instant kann man solange Buchstaben eingeben oder ersetzen bis ein relevantes Ergebnis auftaucht. Bei einer „nicht-dynamischen“ Suche wird durch die Suchbegriffe das Ergebnis eingeschränkt und dann muss aus den Ergebnissen der passende Treffer ausgesucht werden. Ist dieser nicht gleich zu sehen, muss auf den Folgeseiten nachgeforscht werden oder der Suchbegriff geändert werden. Aus 4 Schritten (Suchbegriff eingeben, Enter drücken, warten, einen passenden Treffer suchen) wird also mit Instant 1 Schritt: suchen und finden zugleich. Aus „Wetter Berlin“ wird „w“. Google beschreibt das in seinem Produktvideo so: „Sie können Sich weniger Gedanken um das Suchen und mehr um das Finden machen.“ Bislang ist Google Instant nur auf google.com für registrierte Nutzer verfügbar.
Konsequenzen für SEO
Und wie immer, wenn sich derlei Neuerungen ergeben kommt die Frage auf, ob die Suchmaschinenoptimierung das überleben oder von der Welle verschluckt wird. Die Frage abschließend zu beantworten dürfte im Moment nicht möglich sein. Interessant ist aber ein Blick auf die ersten Reaktionen: einige bezeichnen die Instant-Suche als „Pest: für Suchmaschinenoptimierer“ oder als eine Erscheinung, die SEO irrelevant mache. Andere meinen, diejenigen, die Google Instant für das Ende von SEO halten, hätten nicht viel Ahnung. Unumstritten dürfte jedoch sein, dass die Instant-Suche für die Suchmaschinenoptimierung und SEM (Suchmaschinenmarketing wie Google AdWords) einschneidende Veränderungen bringen wird. Der Traffic, für den die Seiten optimiert werden, wird sich anders verteilen. In Luft auflösen wird er sich sicherlich nicht.
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