Fachkräftemangel durch verstärkte effektive Fort- und Weiterbildung zum Teil vermeidbar
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung beschäftigt sich in dem aktuellen Forschungsbericht "Fachkräfte und unbesetzte Stellen in einer alternden Gesellschaft" mit dem prognostizierten Fachkräftemangel. Dabei werden besonders die betrieblichen Perspektiven analysiert, mit denen gegenwärtigen oder zukünftigen Problemen bei Stellenbesetzungen entgegengewirkt werden kann.
Nach Ansicht der Forscher/innen wäre ein „vermeintlicher Fachkräftemangel“ mit dem vorhandenen Bewerberpotenzial zum Teil vermeidbar - betrachtet man die vom potenziellen Mitarbeiter ausgeübten Tätigkeiten und nicht die berufliche Formalqualifikationen. Die Autoren/ innen fordern daher: „Die Durchlässigkeit zwischen der Ausrichtung der Ausbildung und der tatsächlichen Tätigkeit muss durch eine verstärkte effektive fachliche Fort- und Weiterbildung und eine geringere Fixierung des Betriebs auf formale Qualifikationen erhöht werden. Die Debatte um den Fachkräftemangel ist also nicht nur eine akademisch höchst spannende, sondern auch eine höchst politische Debatte."¹
Die betriebliche Weiterbildung ist neben der Ausbildung die zweite Säule zur Deckung des Fachkräftebedarfs der Betriebe. Die Weiterbildungsbeteiligung der Unternehmen hat nach einer kurzen Unterbrechung während der Finanzkrise weiter zugenommen. 2011 haben 53 % aller befragten Betriebe Aktivitäten im Bereich der beruflichen Weiterbildung entwickelt.
¹IAB-Forschungsbericht 13/2012: http://doku.iab.de/forschungsbericht/2012/fb1312.pdf, S. 11.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen