„Die Arbeitslosigkeit ist in der Sommerpause vor allem aus saisonalen Gründen gestiegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz. Dies geht aus der nachfolgenden Presseinformation des BBB hervor. Im laufenden Monat seien 2,876 Millionen Menschen als arbeitslos registriert gewesen. Das waren 67.000 mehr als im Vormonat, allerdings 63.000 weniger als im Juli des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote stieg im Juli um 0,2 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent. „Die Grundtendenz am deutschen Arbeitsmarkt ist im Juli weiter insgesamt positiv“, sagte Weise. „Es zeigen sich aber Anzeichen einer schwächeren Entwicklung.“
Rückläufige Entwicklung bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW)
Bei der durch die Arbeitsagenturen geförderten Weiterbildung lagen die Neuzugänge im Juli ähnlich niedrig wie im Vormonat (ca. 19.690 insgesamt - s. Grafik 1). Durch die niedrigeren Zugangszahlen der vergangenen Monate sank auch die Anzahl der in Qualifizierung befindlichen Personen deutlich (s. Grafik 2). Mit knapp 134.000 Menschen befanden sich 16 % weniger in Weiterbildungen als im Juli des vergangenen Jahres. Weniger Personen als im Juli dieses Jahres befanden sich zuletzt im September 2007 in Qualifizierungsmaßnahmen der BA.
Hohe Nachfrage nach Arbeitskräften
Die gemeldete Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich laut BA weiter auf hohem Niveau. Im Juli belief sich der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen auf 500.000, 8.000 mehr als im Vorjahr. Besonders gesucht sind zurzeit Fachleute in den Bereichen Metall, Mechatronik, Elektro, Maschinen-/Fahrzeugbau, Logistik, Handel und Gesundheit.
"Es ist nicht nachvollziehbar, wieso die BA einerseits eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften verzeichnet, andererseits aber die Förderung der Weiterbildung vernachlässigt und die Chancen, die diese für den Arbeitsmarkt wie auch für den Einzelnen bietet, nicht konsequent nutzt", kommentierte heute BBB-Geschäftsführer Horst Palik die aktuellen Zahlen der BA. „Menschen ohne Job für neue berufliche Aufgaben zu qualifizieren, wäre nach unserer Auffassung sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus sozialpolitischer Sicht die richtige Strategie.“
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