Mittwoch, 30. November 2011

EGILIA informiert: Arbeitsmarkt im November 2011


Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November überraschend um
24.000 auf 2.713.000 gesunken. Dies geht aus der nachfolgenden Presseinformation des BBB hervor. Das waren 214.000 weniger als vor einem Jahr,
wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote
ging um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte
sie bei 7,0 Prozent gelegen.
"Der deutsche Arbeitsmarkt profitiert von der bisher guten wirtschaftlichen Entwicklung",
sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt. Im November sei keine Eintrübung
zu erkennen. "Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung wachsen weiter, und die Nachfrage nach Arbeitskräften
ist gestiegen."

Jobaufschwung bald zu Ende?
In den kommenden Monaten rechnen die Arbeitsmarktexperten der Institute allerdings
mit einer Abkühlung des deutschen Jobaufschwungs. Spätestens in der ersten
Jahreshälfte 2012 werde der Rückgang der Arbeitslosenzahlen zum Stillstand
kommen, prognostizierten die Fachleute. Derzeit deutet nach Einschätzung der
Bundesagentur allerdings noch alles auf eine gute Auslastung der Unternehmen
hin. Angesichts voller Auftragsbücher suchten sie weiter nach neuen Mitarbeitern.
Die Zahl der freien Stellen war im November noch nie so hoch, geht aus dem neuesten
Stellenindex der BA hervor. "Die Unternehmen in Deutschland wollen offensichtlich
trotz zahlreicher Unsicherheiten auf den internationalen Finanzmärkten
weiter einstellen", kommentierte die BA die Entwicklung.

Viele freie Stellen
Andererseits seien die vielen freien Stellen auch eine Folge des Booms: Zum einen
wechselten in Phasen der Hochkonjunktur mehr Beschäftigte ihren Job als bei
Konjunkturkrisen. Zudem dauere es wegen des zunehmenden Fachkräftemangels
inzwischen länger, bis für eine freie Stelle die passende Kraft gefunden sei. Weiterhin
komme jede dritte Stelle aus der Zeitarbeit. Auch im Groß- und Einzelhandel,
auf dem Bau, in der Gastronomie oder im Gesundheits- und Sozialwesen gebe
es viele freie Stellen. Aktuell suchten derzeit praktisch alle Branchen nach geeigneten
neuen Mitarbeitern, berichtet die Bundesagentur.

Mehr Qualifizierung ist die Antwort
"Unter diesen Voraussetzungen können wir nur unsere Forderung wiederholen,
verstärkt in die Fortbildung arbeitsloser Menschen zu investieren. Das würde der
Wirtschaft, den Arbeitslosen und dem Staat helfen“, kommentierte BBB2
Geschäftsführer Horst Palik die heutigen Zahlen. "Doch leider sehen wir bei der
Förderung der beruflichen Weiterbildung derzeit keinen Aufwärtstrend." (s. Grafik)
Nach Ansicht des Bildungsverbandes werden die Chancen, die in der aktuellen
Arbeitsmarktsituation liegen, nicht genutzt. Stattdessen ist jetzt schon abzusehen,
dass zur Verfügung stehende Fördermittel in diesem Jahr wieder nicht ausgeschöpft
werden. "So gehen viele arbeitslose Menschen, denen mit einer Qualifikation
geholfen werden könnte, leer aus“, bedauert Palik.

Grafik: Peter Rother (BBB)

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